Ein Wiederverwendungsprojekt mit Strahlkraft.
Mit einer symbolischen Baumpflanzung wurde an der Oberschule Dr. Eberle in Nossen der Auftakt für das Projekt „KLIMA-AKTIV-SCHULE – ein Wiederverwendungsprojekt mit Strahlkraft“ gefeiert. Die klimagerechte Sanierung des Schulhofes wird durch die SAB-Projektförderung „Modellprojekte städtebauliche Erneuerung – Modellvorhaben klimaresilienter Stadtumbau“ finanziert. Ziel des Modellprojektes ist es, einen klimaangepassten, naturnahen und vielseitig nutzbaren Freiraum zu schaffen, der zugleich Impulse für die Entwicklung weiterer Schulstandorte gibt.
Der bislang überwiegend versiegelte Schulhof heizt sich in den Sommermonaten stark auf und bietet nur eingeschränkte Aufenthaltsqualität. Der Entwurf greift die nahegelegene Freiberger Mulde gestalterisch auf: Schwungvolle Wege erinnern an den Flussverlauf, während sogenannte Flussinseln grüne Aufenthalts- und Rückzugsräume bilden. Ein wesentliches Element des Konzepts ist zudem ein naturnahes Regenwassermanagement. Offene Muldenrinnen machen das von Dach- und befestigten Flächen abfließende Niederschlagswasser erlebbar, fördern die Verdunstung und tragen zu einem verbesserten Mikroklima bei.
Im Mittelpunkt steht die Entsiegelung: Asphalt- und Betonflächen werden durch wassergebundene Wegedecken und fugenoffene Pflasterflächen ersetzt. Ergänzt durch klimaangepasste Baum- und Strauchpflanzungen, Obstgehölze und naturnahe Blühwiesen entsteht ein vielfältiger grüner Schulhof. Er bietet Raum für ruhige Pausen, Bewegung und gemeinsames Lernen. Dem Wunsch der Schüler nach mehr Verschattung wird sowohl durch neue Baumpflanzungen als auch durch Sonnensegel entsprochen. Ein Grünes Klassenzimmer und Flächen für Hochbeete erweitern die Möglichkeiten des Lernens im Freien.
Auch der nachhaltige Umgang mit Ressourcen ist zentraler Bestandteil des Entwurfs: Natursteinmaterialien sollen vorrangig aus wiederverwendeten Beständen des Bauhofs Nossen stammen. So verbindet das Modellprojekt ökologische, gestalterische und pädagogische Aspekte und zeigt beispielhaft, wie durch Wiederverwendung und klimaangepasste Freiraumgestaltung zukunftsfähige Schulhöfe entstehen können – mit Strahlkraft über den eigenen Schulstandort hinaus.
Die Fertigstellung der Neugestaltung ist für Mitte 2028 vorgesehen.
(Bildnachweis: SMIL/ Sack-Engelbrecht)